Krankheitsbilder

1) Analfissur

Es handelt sich um einen schmerzhaften Längsriss der Schließmuskelhaut. Die Ursache liegt in der Regel in einem erhöhten Schließmuskeltonus. Die Therapie besteht primär in lokal abschwellenden Salben sowie milden Abführungsmitteln zur Stuhlregulierung und ggf. Behandlung mittels eines sog. Analdehners. Bei chronischen Rissen kommt ggf. eine operative Versorgung infrage.

2) Hämorrhoiden

Erweiterung des arteriovenösen Gefäßsystems direkt oberhalb des Schließmuskels. Entsprechend dem Ausprägungsgrad werden verschiedene Stadien eingeteilt. In frühen Stadien erfolgt eine konservative Therapie in Form einer Stuhlregulierung, Zäpfchen oder Salbenanwendung, ggf. auch Unterspritzung (Sklerosierung) der Verdickungen. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine operative Therapie indiziert.

3) Perianalthrombose

Schmerzhafter, prallelastischer bläulicher Knoten im Bereich der Analhaut durch eine geplatzte Vene. Diese Erkrankung wird häufig mit Hämorrhoiden verwechselt.
Die Therapie besteht vorwiegend in der Eröffnung dieser Schwellung in örtlicher Betäubung und Entfernen des geronnenen Blutes.

4) Marisken

Schlaffe Hautfalten im Bereich des Anus in der Regel ohne Krankheitswert. Bei problematischer Analhygiene, bei Entzündungen bzw. schmerzhaftem Jucken kommt ggf. die Abtragung in örtlicher Betäubung in Frage.

5) Krampfadern

Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um Venenverdickungen vorwiegend am Ober- und Unterschenkel. Die Patienten klagen über eine Schwellneigung und Schmerzen im Bereich der Beine vorwiegend nach längerem Stehen, teilweise werden nächtliche Wadenkrämpfe angegeben. Als Komplikation können Entzündungen, Krampfaderblutungen oder mehr oder weniger starke Hautveränderungen bis hin zum sog. Ulcus cruris (offene Wunde) entstehen. Die konservative Therapie besteht in der Behandlung mittels Kompressionsstrumpf. Im fortgeschrittenen Stadium ist die operative Therapie indiziert. Hier wird nach vorangegangener Diagnostik (in der Regel Ultraschalluntersuchung des Beines) die Indikation zum Ausmaß der geplanten Operation getroffen.

6) Leistenhernie, Nabelhernie und Narbenhernie

Leistenhernie: Bei einer Hernie handelt sich um eine Ausstülpung des Bauchfelles durch eine angeborene oder erworbene Lücke (Bruchpforte). Die häufigste Hernie ist die Leistenhernie. In der Regel ist aufgrund einer möglichen lebensgefährlichen Einklemmungsgefahr die Indikation zur operativen Therapie gegeben. Hierbei stehen mehrere Operationsverfahren zur Verfügung. Bei kleineren Hernien und jungen Patienten ist in der Regel ein Bruchpfortenverschluss nach Shouldice indiziert. Diese Operation bieten wir ambulant in unserer Praxis an. Bei größeren Hernien ist ggf. die Einlage eines sog. Netzes indiziert.
Für Nabelhernien und Narbenhernien gelten dieselben Therapieprinzipien.

7) Sinus pilonidalis

Es handelt sich hier um eine Fistelbildung über dem Steißbein. Die Ursache ist letztlich nicht geklärt. Bevorzugt leiden Männer unter dieser Erkrankung. Die Patienten stellen sich in der Regel  bei uns mit akuten Infektionen vor. Die Therapie besteht in der sofortigen Abszessentlastung, nach Rückgang der Entzündungszeichen dann die kurative Operation im Sinne einer radikalen Ausschneidung der betroffenen Fistelgänge.